Die Wiese am Ochsenkopf – eine Allround-Fläche für alle Fälle?

Jahrelanger Streit ging voraus, bis die Ochsenkopfwiese mit dem Gemeinderatsbeschluss von Ende Oktober 2020 endlich von einer Gewerbefläche zu einer Grünfläche umgewidmet wurde. Genau ein Jahr zuvor war es gelungen, die drohende Bebauung des Areals mit dem neuen Betriebshof abzuwenden.

Doch seither gibt es laufend neue Nutzungsideen für das Gebiet.

Der abgezäunte Teil der Ochsenkopfwiese: Noch Eventfläche, demnächst Großbaustelle für die geplante Radweg- und Fußgängerbrücke und Standort eines ihrer Pfeiler.
  1. Seit Juli ist der vordere Teil der Ochsenkopfwiese als Feierfläche bzw. Chillout-Area für Jugendliche ausgeschildert. Da diese im Stadtgebiet kaum noch über Freiräume zum Abhängen und Feiern verfügen, erscheint die Nutzung des Teilstücks der Wiese als Eventfläche grundsätzlich als akzeptabler Vorschlag, auch wenn sie sich mit dem Naturschutzgedanken nicht 100%ig verträgt. Allerdings wurde das Areal von den Jugendlichen bisher nicht angenommen.
  2. Die Nutzung als Partymeile ist ohnehin nur von begrenzter Dauer: Denn dasselbe Wiesenstück ist bereits seit Längerem für die Einrichtung der Baustelle für die geplante Radweg- und Fußgängerbrücke vorgesehen. Außerdem wird die Wiese Standort eines Pfeilers dieser Brücke. Mehr dazu …
  3. Seit August 2021 ist nun der Gehölzstreifen südlich der Ochsenkopfwiese als Abstellfläche für Straßenbahnen ins Visier geraten. Dieses Areal, von der Wiese nur durch S-Bahn-Gleise getrennt, ist ein allerdings wichtiger Lebensraum für Vögel, Kleintiere und Insekten, der dadurch komplett zerstört würde. Mehr dazu …
Im Vordergrund links ein Stück der Wiese, jenseits der Gleise der Gehölzstreifen, dessen Areal als Straßenbahnabstellfläche in Betracht gezogen wird.
Das Areal von oben; pink umrahmt der mögliche Standort für eine Straßenbahn-Abstellanlage; Quelle: Google Earth.

Fazit: In Heidelberg haben es grüne Areale sehr schwer, einfach nur grün zu bleiben. Der Nutzungsdruck ist gewaltig.