Stadtgrün – beansprucht

Die Neckarwiese

HEISS GELIEBT UND AUF IHRER GESAMTEN LÄNGE VIEL FREQUENTIERT …
Die Neckarwiese auf Neuenheimer Seite; Foto: C. Wiethaler.

Die Neckarwiese ist Heidelbergs Top-Adresse in der Innenstadt für Outdoor-Aktivitäten aller Art. Sie erstreckt sich auf ca. 5 Hektar Fläche und gut einen Kilometer Länge. Da sie mit Abstand den größten und attraktivsten Grünzug im Stadtkern bildet, zieht sie regelmäßig Scharen von Besuchern an. An sonnigen Tagen wird sie geradezu überlaufen.

Das liegt auch daran, dass sich die Neckarwiese – wie keine zweite Grünfläche – für alle möglichen Freizeitunternehmungen anbietet:

  • als Liegewiese zum Lagern, Sonnenbaden und Picknicken,
  • als Treffpunkt zum Feiern und Grillen,
  • als Veranstaltungsort (Ruderregatta, Drachenbootrennen, Triathlon …).
  • Für Kinder gibt ein großes Areal mit Spielplätzen,
  • für Sportliche ein Beachvolleyballfeld und
  • eine Fuß­ballwiese.
  • Für Jugendliche ist der Grünzug mangels Alternati­ven fast die einzige Möglichkeit, sich in größeren Gruppen und ohne Konsumzwang im Freien zu treffen.

Die starke Frequentierung führt fast zwangsläufig zu Konflikten mit den An­woh­nern. Sie fühlen sich oft durch den Lärm der Feiernden, aber auch durch den Grillrauch gestört.

Zu den Dauerbrennern unter den Konfliktpunkten gehört auch die extreme Verschmutzung der Grasflächen durch die ekligen Hinterlassenschaften des ungebremst wachsenden Gänsegeschwaders.

Nur höchst intensive Pflege hält die übernutzte Wiese am Leben

Die Neckarwiese wird an rd. 300 Tagen im Jahr genutzt. Anders als Fußballrasen hat sie keine Regenierungszeit. Damit die Anlage die Dauerbeanspruchung überhaupt aushält, sind – neben regelmäßigem Wässern und Düngen – intensive Pflegemaßnahmen notwendig. Der normale Besucher bekommt davon in der Regel aber kaum etwas mit.

Im Frühjahr: Intensivkur gegen Bodenverdichtung

So viele Menschen, die pro Jahr über die Wiese laufen und auf ihr lagern – das bleibt nicht ohne Folgen. Durch die Dauerbelastung verdichtet sich der Boden. Die Wurzeln können nicht mehr richtig atmen, Regenwasser kann nicht mehr so gut aufgenommen werden. In letzter Konsequenz sterben die Rasenpflanzen ab, wenn man nicht entgegenwirkt.

Daher muss einmal im Jahr, im Frühling, der Rasen der Neckarwiese professionell „gelüftet“ werden. Und zwar mit Methoden und Maschinen, wie professionelle Greenkeeper in Fußballstadien und auf Golfplätzen sie anwenden.

EINSATZ VON „SCHWEREM“ GERÄT Der „Aerifizierer“.

Das tiefenwirksame Lüften des Rasens (fachsprachlich „Aerifizieren“, nicht zu verwechseln mit dem „Vertikutieren“ der Rasenoberfläche durch den Hobbygärtner) erfolgt in zwei Arbeitsgängen – und mit besonderem Gerät.

Zunächst kommt ein Aerifiziergerät zum Einsatz. Die Maschine stanzt mithilfe von hohlen „Stacheln“ (sog. „Spoons“) einige Zentimeter lange, walzenförmige Erdstücke aus dem Boden, um ihn bis in die Tiefe zu lockern. In einem zweiten Schritt wird feiner Sand ausgebracht.

DER ERSTE ANSCHEIN TRÜGT Dies sind keine Gänsekothäufchen auf der Wiese; hier zeigt sich vielmehr das Werk des Aerators – lauter ausgestochene Erdstücke.
ZUM ABSCHLUSS DES LÜFTENS KOMMT DAS „TOPDRESSING“: Das Ausbringen von Sand. Um ihn möglichst gleichmäßig auf der Fläche zu verteilen, ist an dem Fahrzeug eine Art Gitter, eine sog. „Rasenrakel“ angehängt.

Sanierungsmaßnahmen bei Schäden

Immer wieder müssen auch Schäden am Rasen beseitigt werden. Die meisten Schäden entstehen durch Verbrennungen durch Einweggrills und durch Bespielen der Fußballwiese mit Stollenschuhen oder wenn die Rasenfläche nass ist. Die Fußballwiese darf nur bespielt werden, wenn dort die Fahne aufgezogen ist; Stollenschuhe sind grundsätzlich verboten.

Säubern der Wiese

Seit 2013 kommt sogar eine eigens für die Neckarwiese angeschaffte spezielle Rasenreinigungsmaschine zum Einsatz. Sie kann Gänsekot, Scherben, Kronkorken, Zigarettenstummel und sonstigen Schmutz vom Rasen saugen. Eine Komplettreinigung der Wiese dauert damit drei Tage.

Im Sommer: Regelmäßiges Wässern unerlässlich

ERFRISCHENDE DUSCHE AN HEISSEN TAGEN Das saftige Grün der Neckarwiese ist das Ergebnis ständiger Pflege.

Zum Nach- und Weiterlesen:

Website der Stadt Heidelberg, Artikel: Neckarwiese: Kehrseite der Freiluftsaison. Nach Veranstaltungen muss die Stadt die Grünanlage intensiv pflegen vom 08.04.2015; https://www.heidelberg.de/hd/HD/service/08_04_2015+Neckarwiese_+Kehrseite+der+Freiluft_Saison.html.