Die Hoffnung, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) durch entschiedene Bekämpfung eindämmen zu können, hat sich nicht erfüllt. Der Aufwand und die Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen übersteigen inzwischen das Maß, das man zu leisten bereit ist.

Seit März 2025 gilt die invasive Art in ganz Deutschland offiziell als etabliert. Mit der Einstufung als eingebürgerte invasive Art entfällt für die Behörden die gesetzliche, staatlich finanzierte Pflicht zur Entfernung jedes Nests.
Eingriffe erfolgen in der Regel nur noch bei unmittelbarer Gefahr für die Biodiversität oder für die Sicherheit im öffentlichen Raum.

Jetzt im Herbst erreichen die (Sekundär-)Nester der Asiatischen Hornissen ihr größtes Volumen. Die birnenförmigen Nester können zwischen 200-500 junge Königinnen beherbergen. Sehr häufig hängen die Nester hoch oben in dichtbelaubten Baumkronen. Dadurch werden die ballonähnlichen Gebilde oft erst nach dem Laubfall entdeckt. In vielen Fällen sind dann die neuen Königinnen schon ausgeflogen.

Die jungen Königinnen überwintern an einem geschützten Platz. Im Frühjahr gründet jede zunächst ein kleines Primärnest, meist in einer Hecke, Garage oder Schuppen mit wenigen Arbeiterinnen. Nach diesem Start erfolgt dann im Sommer der Umzug in ein großes Sekundärnest: Die Produktion von Königinnen beginnt.
Da die Asiatische Hornisse bevorzugt hochgelegene Standorte für ihr Sekundärnest wählt, kommt die Bekämpfung entsprechend teuer. Denn meist braucht es einen Hubsteiger, um an die Nester heranzukommen.
Bei der Bekämpfung trägt der Beauftragte einen stichfesten Spezialanzug mit Kopfschutz und einem Visier aus Plexiglas. Der feste Gesichtsschutz ist unbedingt erforderlich, da die Tiere, wenn sie sich bedroht fühlen, dem Angreifer ihr Gift auch in die Augen spritzen.

Sie haben ein Nest entdeckt?
👉Auf keinen Fall selbst das Nest entfernen – das ist viel zu gefährlich. Die Hornissen attackieren jeden, der dem Nest zu nahe kommt. Überlassen Sie die Entfernung des Nests unbedingt den Profis!
Für die Entfernung eines Nests, das sich auf Ihrem privaten Grundstück befindet, müssen Sie selbst aufkommen. Die Beseitigung kostet (je nach Zugänglichkeit und Höhe) zwischen 150 bis 600 Euro. Klären Sie auf jeden Fall die Kosten vor der Erteilung des Auftrags ab. Denn inzwischen gibt es auch unseriöse Dienstleister, die weit überhöhte Preise verlangen.
👉Wenn Sie ein Nest bei sich entdeckt haben, wenden Sie sich am besten an das Umweltamt Heidelberg: Die Stadt Heidelberg stellt spezielle Hornissen- und Wespenbeauftragte zur Verfügung. Diese bewerten die Situation vor Ort oft ehrenamtlich oder kostengünstig und können Adressen regionaler, geprüfter Fachbetriebe weitergeben. Informationen finden Sie direkt auf dem Stadtportal Heidelberg.
Wenn Sie zur Miete wohnen, kontaktieren Sie Ihre Hausverwaltung. Diese hat meist feste Rahmenverträge mit seriösen, ortsansässigen Schädlingsbekämpfern und trägt in der Regel auch die Kosten.
👉Foto machen und melden: Machen Sie ein Foto aus sicherer Entfernung (mehrere Meter Abstand!) und melden Sie den Fund online über die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt BW (LUBW). Es besteht aber keine Meldepflicht.
Zum Nach- und Weiterlesen:
Ein bundesweit einheitliches Management- und Maßnahmenblatt wurde veröffentlicht und ist unter https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/invasive-arten abrufbar.
Siehe auch den Beitrag https://www.stadtgruen-hd.de/2023/05/asiatische-hornissen-in-heidelberg/ vom 21.5.2023.