Blüten im Pelzmantel

Eine Exotin aus Fernost, die sich auch bei uns wohlfühlt, ist die Japanische Wollmispel (Eriobotrya japonica). Ihre Blütezeit ist ungewöhnlich spät und außerordentlich lang: Sie reicht in unserem milden Heidelberger Klima von September bis in den Dezember hinein. Eine wollige braune Hülle schützt die weißen Blüten gut vor Kälte. Der angenehme Duft der Blüten verbreitet sich in weitem Umkreis.

Der braune Pelz der Blüten ist gut erkennbar. Die ledrigen Blätter werden bis 30 cm lang. Ihre Oberseite ist glänzend dunkelgrün, die Unterseite hellgrün und filzig behaart; (Foto von Ende Oktober 2022: Die Blüten beginnen gerade, sich zu öffnen).

Die „Wollmispeln“ sind nur sehr entfernt mit unseren europäischen Mispeln verwandt: Sie gehören beide zur Familie der Rosengewächse, bilden aber eigenständige Gattungen.

Wo kann man die Japanische Wollmispel in Heidelberg sehen?

Auf der Nepomukterrasse unterhalb der Ziegelhäuser Landstraße wachsen zwei Wollmispeln, eine weitere schmückt die Grünanlage am Adenauerplatz (Nähe Stadtgarten, s. Foto unten). Auch in einem Privatgarten Keplerstraße/ Ecke Schröderstraße steht ein kräftiges Exemplar.

Wollmispel in der Anlage am Adenauerplatz. Als immergrünes Gewächs ist sie zu jeder Jahreszeit ein Blickfang.

Ursprünglich stammt die Wollmispel wohl aus Zentralchina; von dort aus gelangte sie rasch nach Japan. Ende des 18. Jhs. kamen erste Exemplare in Europa an, wo sie Wintergärten und Orangerien mit ihrem attraktiven, immergrünen Laub und ihren duftenden Blüten bereicherten. In Deutschland gedeiht die Wollmispel nur in sehr warmen Regionen im Freiland.

Leckere Früchte

In Asien baut man die Wollmispel vor allem wegen ihrer wohlschmeckenden Früchte an; entsprechend gibt es dort unzählige Zuchtsorten. China ist der Hauptproduzent, aber auch in Spanien produziert man die an Aprikosen erinnernden Früchte in großer Zahl. In diesen Ländern reifen die Früchte rd. 90 Tage nach der Bestäubung.

Bei uns in Heidelberg reifen die Früchte – nach der Winterruhe – etwa bis Mai/Juni des Folgejahres.

In Deutschland werden die Früchte bisher noch kaum angeboten. Im Mittelmeerraum dagegen werden sie verbreitet verkauft als Nespole oder Loquats.

Im Inneren enthalten die Loquats bis zu 4 Kerne. Das saftige Fruchtfleisch kann roh oder gedünstet gegessen werden.
Wollmispel mit unreifen Früchten auf der Nepomukterrasse (Foto: Mitte Mai 2022). Die große Zahl an Früchten beweist, dass auch hiesige Insekten durchaus Geschmack an dem Nektar des exotischen Gewächses finden.

Zum Nach- und Weiterlesen:

Sehr informativer Artikel des Diplom-Biologen Harald Stephan über die Japanische Wollmispel in seiner großartigen Datenbank für Gartenpflanzen (www.naturadb.de).