Baumsterben durch massive Bebauung in der Neckarhelle 150

„In der Neckarhelle wohnen Sie auf der Sonnenseite mit atemberaubender Aussicht auf den Neckar in gewachsener, sehr grüner Umgebung.“

Das Zitat aus dem Werbeprospekt des Bauträgers Kalkmann zum Bauprojekt Neckarhelle 150 klingt wie purer Hohn. Schließlich wurde durch sein überdimensioniertes Bauprojekt „die gewachsene, sehr grüne Umgebung“ auf diesem Grundstück komplett plattgemacht – gegen alle Widerstände und mitten im Landschaftsschutzgebiet.

Hintergrund:

Das Neubauvorhaben in der Neckarhelle 150 war von Anfang an umstritten. Vorher stand auf diesem Grundstück nur ein kleines Einfamilienhaus, umgeben von viel Grün und etlichen alten Bäumen. In der Planungsphase hatten sich Umweltamt, die Naturschutzbeauftragte und die Anwohnerschaft gegen das ausufernde Neubauprojekt gewendet.  Mit gutem Grund: Schließlich liegt das Areal im Landschaftsschutzgebiet Bergstraße Mitte – die beabsichtigte Rodung des gesamten Grundstücks und seine komplette Neubebauung sei damit nicht vereinbar, so das triftige Argument der Baugegner.

Trotzdem stimmten die Spitzen der Stadt der Realisierung des Bauvorhabens im geplanten Umfang zu. Mittlerweile ist das Bauvorhaben weit fortgeschritten.

Nun zeigt sich: Nicht genug, dass durch die Rodung des Grundstücks bereits viele alte Bäume verloren gingen, nun erfolgte ein weiterer Verlust von Bäumen. Durch die Bebauung des Grundstücks bis an die äußersten Grenzen wurden 5 der 6 noch verbliebenen Tannen am östlichen Rand so schwer geschädigt, dass sie inzwischen abgestorben sind. Damit gingen weiterer Lebensraum für Tiere und ein Stück gewachsenes Grün zugrunde. Mehr dazu…

Die Baumreihe im April 2021
… und im Oktober 2021.
Blick von Richtung Westen auf das Grundstück, Oktober 2021.

Leider ist die massive Bebauung hier kein Einzelfall: Zuvor wurde bereits das Nachbargrundstück Ecke Neckarhelle/Pirschweg komplett mit Betonbauten zugestellt; es liegt ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet. Mehr dazu…