Zukunftsbaum „Zelkove“

In der Breslauer Straße in Kirchheim wurden gerade sechs Japanische Zelkoven gepflanzt, ein bislang in Deutschland eher selten anzutreffender Baum.

Das allerdings könnte sich in naher Zukunft ändern. Denn die Zelkove gehört zu den sog. „Klimabäumen“, also zu den Gehölzen, bei denen die berechtigte Hoffnung besteht, dass sie dem Klimawandel standhalten.

Steckbrief:

Jap. Zelkove (Zelkova serrata);
beheimatet in Japan, Korea und Taiwan.

Der Zusatz „serrata“ bedeutet „gesägt“ und weist auf den fein gezähnten Blattrand hin. Kleine, steinfruchtartige Früchte.

Sommergrüner Baum aus der Familie der Ulmengewächse; ist aber nicht anfällig für typ. Ulmenkrankheiten. Trockenheitsresistent.

Bonsaifreunden ist die Zelkove bereits bestens bekannt, denn sie wird sehr häufig als ein solcher Minibaum kultiviert.

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Zelkove, Blätter und Früchte.

Wie die RNZ am 15.06.2021 berichtete, sind die neu gepflanzten Zelkoven in der Breslauer Straße der Ersatz für eine Reihe von mächtigen Pappeln, die gefällt werden mussten, weil ihre Wurzeln den Gehweg in eine Buckelpiste verwandelt hatten.

Nach der erfolgten Sanierung des Gehsteigs nutzten die Fachleute von der Stadtgärtnerei die Gelegenheit, durch die Pflanzung der Zelkoven einmal unter realen Bedingungen zu testen, ob diese Exoten auch tatsächlich mit dem Heidelberger Stadtklima zurechtkommen. Denn mitunter klaffen hier Theorie und Praxis weit auseinander.

Deshalb experimentiert die Stadtgärtnerei an verschiedenen Stellen des Stadtgebiets auch mit anderen „Klimabaumarten“, ob sie sich vor Ort bewähren. Die aus diesen Versuchsstationen gewonnenen Erkenntnisse sind enorm wichtig für die Fachleute der Stadtgärtnerei, denn sie stehen vor der Aufgabe, das städtische Grün an die neuen Herausforderungen anzupassen.

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Junge Zelkove, Habitus.

Viele unserer gängigen Stadtbaumarten haben nämlich bereits jetzt große Probleme, der klimatischen Entwicklung standzuhalten, wie Kastanie, Ahorn, Esche, Platane. Die Stadtgärtner versuchen gegenzusteuern, indem sie bei Neupflanzungen Arten wählen, die Trockenheit und Hitze besser tolerieren.

Hier kommt u.a. eine Reihe exotischer Arten infrage, die sich als Park- oder Straßenbaum anbieten. Mit Ginkgo, Amberbaum (als Ersatz für Ahorne), Silberlinde, Blauglocken-, Tulpen-, Schnur– und Lederhülsenbaum hat man bei uns bereits einige positive Erfahrungen gesammelt; sie tauchen daher immer öfter im Heidelberger Stadtgebiet auf. Vielleicht auch bald die Zelkove.

Zum Thema s. auch: Gesucht: Neue klimawandeltaugliche Stadtbaumarten

Die Reihe der jungen Zelkoven wird durch Parkplätze unterbrochen; Breslauer Straße, Kirchheim.