Auge in Auge mit Bärtierchen, Springschwanz & Co. – Sehenswerte Ausstellung zum Thema „Lebendiger Boden“ im Zoo.

Die Aliens sind buchstäblich unter uns. Denn unter unseren Füßen wimmelt es von nie gesehenen abstrusen Gestalten. In gesundem, unversiegeltem Boden existiert eine Fülle von Lebewesen, was vielen Menschen gar nicht bewusst ist.  Licht ins Dunkel bringt jetzt die Wanderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“, erstellt vom Senckenberg Naturkunde-Museum Görlitz.

In der für Menschen jeden Alters attraktiv aufgemachten Ausstellung geht es nicht allein um die Präsentation der vielgestaltigen Bodenlebewesen und ihrer Aufgaben im natürlichen Kreislauf.

Unser Boden – überlebenswichtig

Fast noch wichtiger ist der zweite Schwerpunkt: Die Darstellung der enormen Bedeutung der Ressource Boden für das (Über-)Leben der Menschheit. Moderne Stadtmenschen haben kaum mehr direkten Bezug zum natürlichen Boden, am ehesten vielleicht noch Gartenbesitzer. Der Boden in der Stadt  ist versiegelt durch Verkehrswege und dient als tragender Untergrund für Gebäude. Interessant ist er v.a. im städtischen Bereich oft als Spekulationsobjekt.

Bärtierchen wohnen in der Laubstreu, im Boden und in Moosen. Trocknet ihr Lebensraum aus, schrumpfen sie zu sog. „Tönnchen“. Als solche können sie jahrzehntelang überdauern, bis wieder Wasser vorhanden ist.

Begrenzte Ressource

Von unseren 4 Lebensgrundlagen Luft, Sonnenlicht, Wasser ist der Erdboden die am wenigsten beachtete. Viele Menschen unterschätzen, in welch langwierigem Prozess fruchtbarer Boden entsteht. Unsere Böden in Mitteleuropa z.B. bildeten sich allmählich nach dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 14.000 Jahren. Einmal vernichteter fruchtbarer Boden kann nicht ersetzt werden. Und der Vorrat an landwirtschaftlich nutzbarem Boden ist endlich.

Der Schrägstreifige Saftkugler ist ein Bewohner der Streuschicht. Er frisst am Boden liegende Blätter und anderes abgestorbenes Pflanzenmaterial. Vieles davon wird wieder ausgeschieden und anschließend von anderen Organismen weiter zersetzt.
Springschwänze leben im Boden.

Versiegelung, Vernichtung, Verseuchung von Boden

Trotzdem geht die Menschheit verschwenderisch mit dieser wertvollen Ressource um. Immer mehr Boden verschwindet unter Beton und Asphalt, durch extreme Wetterlagen bedingt durch den Klimawandel wird Ackerboden weggeschwemmt oder verweht, Böden sind mit Pestiziden und Schadstoffen belastet. Die Ausstellung weist sehr anschaulich auf die vielfältigen Probleme hin und zeigt Lösungsansätze auf.

Dauer der Ausstellung/Begleitmaterial

Die Ausstellung ist noch bis 17. Oktober in der Explo-Halle des Zoos (hinter dem großen Affenhaus) zu sehen. Das Begleitheft zur Ausstellung enthält alle wesentlichen Inhalte der Ausstellung und sämtliche Schautafeln.